Meilenstein auf dem Weg zum Landwirtschaftsmeister
Viele Stunden Arbeit, jede Menge Papier und eine Vision

Mit der Abgabe der Meisterhausarbeit haben die Studierenden der Landwirtschaftsschule Straubing einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Landwirtschaftsmeister gemacht. Ein halbes Jahr hatten sie Zeit, ihren eigenen Betrieb zu durchleuchten und sich Gedanken zu machen, wie sie ihre Betriebe weiter entwickeln möchten. Besonderheit der Landwirtschaftsschulen ist es, dass neu erworbenes theoretisches Wissen sofort auf den eigenen Betrieb angewendet wird. Der "Mehr"wert, den die Ausbildung zum Meister bietet.

Studierende bringen drei Exemplare ihrer Meisterhausarbeiten in Schachteln an die LandwirtschaftsschuleZoombild vorhanden

Meisterhausarbeiten regensicher in Schachteln

Schwer geschleppt wurde bei der Abgabe der Meisterhausarbeiten am 5. Februar 2021. Drei Exemplare des deutlich über hundert Seiten umfassenden Werkes mussten pünktlich bis 12 Uhr an der Landwirtschaftsschule Straubing abgegeben werden. In vielen Stunden Arbeit haben die Studierenden in der Meisterhausarbeit den eigenen Betrieb beschrieben, durchleuchtet und ein Konzept für die Zukunft entwickelt. Coronabedingt konnte dieser Meilenstein leider nicht gefeiert werden.
Pünktlich bis 12 Uhr müssen die Meisterhausarbeiten abgegeben sein. Die abgegebenen Exemplare erhalten einen Eingangsstempel. Zoombild vorhanden

Eingangsstempel

Stärken und Schwächen des eigenen Betriebes durchleuchtet
Unterstützt von den Lehrkräften wurde zum einen die eigene Buchführung der letzten beiden Wirtschaftsjahre analysiert und bewertet. Zum anderen wurde anhand der Buchführungsdaten und der Ackerschlagkartei der sog. "Ist-Betrieb" errechnet. Dabei wird ein fünfjähriger Durchschnitt verwendet, um für weitere Überlegungen und Planungen einen verlässlichen Ausgangspunkt zu haben. Aus der Fülle der so ermittelten Daten und dem Fachwissen aus den produktionstechnischen Fächern fahndeten sie dann nach den Schwachstellen des eigenen Betriebes, planten Optimierungsschritte und rechneten diese im "optimierten Ist-Betrieb" durch . Diskussionen mit den Mitstudierenden und Lehrern brachten Anregungen und eröffneten neue Sichtweisen.
Lehrer und Studierender tragen eine Kisten mit den Meisterhausarbeiten zum Auto. Sie werden von den Lehrkräften zum Korrigieren mit ins Homeoffice genommen. Zoombild vorhanden

Kistenweise Arbeit zum Korrigieren

"30 Ernten Zeit, um eigene Ziele zu verwirklichen"
30 Ernten haben sie Zeit - ungefähr solange ist die Zeitspanne zwischen Hofübernahme und Hofübergabe an die nächste Generation. Die angehenden Landwirtschaftsmeister stehen am Anfang dieser "30 Ernten". Das heißt "30 Ernten Zeit", um Visionen zu entwickeln und ihren Betrieb eventuell neu auszurichten. "Soll die Milchviehhaltung ausgeweitet und ein neuer Stall geplant werden oder der Zuchtsauenstall nach Tierwohlkriterien umgebaut werden?" waren ebenso Themen für die Zielplanung wie die Frage, ob der Betrieb auf ökologische Wirtschaftsweise umgestellt werden soll. Papier ist geduldig und auch so manche ungewöhnliche Idee wurde von verschiedenen Seiten beleuchtet. Warum nicht über Soziale Landwirtschaft oder den Einstieg in die kommunale und private Grünland- und Gartenpflege nachdenken und dies durchrechnen.

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