Klimaaktivisten diskutieren mit angehenden Landwirtschaftsmeistern
Für eine nachhaltige Zukunft zusammenarbeiten

Zwei Studierende der Landwirtschaftsschule Straubing stellten sich der Diskussion mit zwei Klimaaktivisten der "Fridays for Future Bewegung Erlangen". Gefilmt und ins Internet gestellt wurde das Zusammentreffen von einem Team des Onlinemagazins "jetzt" der Süddeutschen Zeitung.

Schnell stellten die jungen Leute fest, dass ihnen allen die Zukunft unseres Planeten und der Klimaschutz am Herzen liegen und alle für eine nachhaltige Zukunft zusammenarbeiten müssen.
Spannend ist so ein Blick hinter die Kulissen. Der Aufwand, einen Beitrag fürs Internet zu drehen, ist hoch. Ein Klassenzimmer an der Landwirtschaftsschule Straubing wurde als Drehort genutzt. Licht, Ton, Hintergrund … alles muss stimmen, damit am Schluss, die gewohnt professionellen Bilder zu sehen sind. Drei Journalisten bauten über ein Stunde ihr Equipment auf, bevor mit den ersten Probeaufnahmen begonnen werden konnte. Damit der Beitrag authentisch aber auch spannend ist, wurde die Diskussion nicht nur gefilmt, sondern auch geschnitten, das heißt redaktionell bearbeitet.
Der fertige Film ist abrufbar unter:
"Klimawandel ist ein globales Problem"
Von Beginn an wurde deutlich, dass sowohl die Kliamschutzaktivisten als auch die jungen Landwirte an einem konstruktiven Dialog interessiert sind. Konsens der Diskussion war, dass der Klimawandel ein globales Problem ist und daher Klimaschutz nur über die Grenzen hinweg möglich ist. Für Mona Range, Studentin und Klimaaktivistin, sollte Deutschland eine Vorreiterrolle übernehmen und manches durchaus krasser anpacken, denn Deutschland habe die Forschung und das Geld.
Für Hannes Chrisam ist das Wunschdenken. Die Landwirte in Deutschland machen freiwillig schon sehr viel, aber ohne eine einheitliche europaweite Richtlinie funktioniere es nicht, ist sich der angehende Landwirtschaftsmeister sicher. "Was nützt es, wenn Deutschland weniger Fleisch produziert und die Produktion sich dann nur ins Ausland verlagert", gibt Maximilian Schwachula zu Bedenken. Wenn, dann sei auch ein Umdenken bei den Konsumenten nötig. Der Landwirt hofft auf die jungen Aktivisten, "denn sie sind die Konsumenten von morgen." Ihre Kaufentscheidung bestimme, welche Produkte die Landwirte absetzen könnten.
Viele Verbraucher wissen nicht, wie viel Energie, Arbeit und Zeit in Lebensmitteln steckt
Wer nicht wie Mona Range schon oft Urlaub auf dem Bauernhof gemacht hat, hat keine eigenen Erfahrungen. Vielen Verbrauchern sei nicht bewusst, was in Lebensmitteln an Energie, Arbeit und Zeit drin stecke, so Mona Range. Sie fügt an: "Die Gesellschaft muss Lebensmittel wieder wertschätzen." Hannes Chrisam würde sich wünschen, "dass bereits die Schüler lernen, wo unser Essen herkommt."
Praxis-Check
Letzter Drehort war der Betrieb von Michael Fuchs, der ebenfalls zurzeit die Landwirtschaftsschule Straubing besucht. Fuchs stellte seinen Betrieb vor und erklärte den Nutzen moderner Technik. "Landwirte müssen noch besser produzieren, der Verbraucher aber auch bewusster konsumieren", so Chrisam. "Gemeinsam lässt sich viel bewegen", waren sich alle vier Teilnehmer einig.