Landwirtschaftsschule und ALE organisierten Ausflug zum Sagstetterhof
Thema Flurneuordnung: Schüler besuchen die Haidlfinger Flur

Eine Klasse der Landwirtschaftsschule Straubing hat den Sagstetterhof in Haidlfing besucht und sich über Flurbereinigung informiert. Mit Fachlehrer Andreas Liebl und Hans-Jürgen Edelmann vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) hatten sie zuvor im Unterricht die Flurneuordnung Haidlfing V besprochen.
Wie die Verwirklichung der Pläne in der Feldflur konkret aussieht, das wollte man den Schülern zeigen und so begab man sich zum Sagstetterhof in Haidlfing wo die Gruppe von Armin Winner und Hans-Jürgen Edelmann vom ALE sowie von Andreas Sagstetter begrüßt wurde. An einer Scheunenwand waren zur Illustration Pläne der Haidlfinger Flur angebracht, dazu Flyer, die nach der Flurbereinigung hergestellt worden waren.
Feldwegebau und Feldlängen
Zwei Aspekte dieser Flurneuordnung wurden herausgestellt. Zum einen war es der Feldwegebau und die damit verbundene Veränderung der Feldlängen. So wurden jeweils zwei Gewannen zu einer zusammengelegt und die dazwischenliegenden Wege ausgebaut. Über die Vorteile bei der Bewirtschaftung wurde danach mit den Schülern diskutiert. Armin Winner, Vorsitzender des Vorstands der Teilnehmergemeinschaft Haidlfing V, stellte die Einmaligkeit dieses Projekts auch in der Hinsicht heraus, dass Landwirte in das ALE gekommen seien und den Wunsch nach Flurneuordnung deutlich vortrugen, dokumentiert durch Unterschriften.
Gewässerschutz und Unterbau
Auch die Neuartigkeit des Wegebaus wurde den Landwirtschaftsschülern erklärt. Man habe keinen Kies für den Unterbau beschaffen müssen, denn das bisherige Material wurde mit Kalk vermengt und neu eingebaut. Eine Schotterschicht bildete den Abschluss für einen tragfähigen Wirtschaftsweg, was sich auch schon bewährt habe. Ein zweiter wichtiger Aspekt dieser Flurbereinigung sei der Gewässerschutz, erklärte Armin Winner. Zwei Gewässer durchziehen die Haidlfinger Feldflur, der Saubach und der Lohgraben. Während entlang des Saubaches Gewässerschutzstreifen und Feldwege an beiden Seiten einen Abstand zu den angrenzenden Feldern schaffen, wurde die Flur entlang des Lohgrabens neugestaltet. Grundbeschaffung, Planung, Durchführung und die ökologische Besonderheit dieses Biotops wurden vorgestellt.
Pachtflächen zusammenlegen
Bedingt durch den Wandel in der Landwirtschaft war es notwendig, möglichst große Flächen entstehen zu lassen. So wurden vorher Grundstücksbesitzer, die ihre Felder verpachtet haben, befragt, wer ihre Pächter sind, und danach wurde daran gearbeitet, diese Pachtflächen mit den Feldern der Pächter zusammenzulegen. So gibt es zwar auf der Flurkarte noch viele Felder, die aber in der Realität zu einer großen Fläche zusammengeführt worden sind. Die "Staatlich geprüften Wirtschafter" begaben sich dann auf Erkundungsfahrt, um das Biotop Lohgraben zu besichtigen, weitere Feldwege in der Realität zu sehen und die zusammengelegten Flächen zu betrachten. Danach kam man auf zum Sagstetterhof zurück, um ein praktisches Beispiel zum Thema "Pflanzliche Produktion und Vermarktung" zu sehen.
Quelle Text und Bild: Josef Kronschnabl, Landauer Neue Presse, vom 07.07.2017