Landwirtschaftsschule, Abteilung Landwirtschaft
Von erfolgreichen Unternehmern lernen

"Grau ist alle Theorie, warum nicht von erfolgreichen Unternehmern lernen", dachten sich die Studierenden des 1. und 3. Semesters der Landwirtschaftsschule Straubing und besuchten gemeinsam mit ihren Lehrkräften im Dezember 2016 zwei unterschiedlich organisierte Betriebe.

Familienbetrieb Koller in Greilsberg
Wie breit ein Betrieb aufgestellt und damit erfolgreich sein kann, zeigte der Familienbetrieb Koller in Greilsberg. Thomas Koller führte die Studierenden durch den Haupterwerbsbetrieb mit Winterweizen und Kartoffellager. Er erklärte, dass die Landwirtschaft rund zwei Drittel des Erwerbs abdecke, ein Drittel seien weitere Betriebszweige. Eine Lagerhalle werde gewerblich vermietet, eine Photovoltaikanlage betrieben und Frontgewichte produziert. Zudem betreibt der Edelbrandsommelier eine Schnapsbrennerei. Zu seiner ganz eigenen Betriebsphilosophie gehört es nach Aussage Kollers auch, dass er sich zu seinem 50. Geburtstag ein entspanntes Jahr gönnte und neben seiner Landwirtschaft keine neuen Projekte anging. Grundsätzlich verstehe er sich aber "nicht als Unterlasser, sondern als Unternehmer", betonte Koller. Seine Einstellung "nicht jammern, sondern machen", ein funktionierendes Netzwerk und die gute Dorfgemeinschaft machten seine Arbeit zum absoluten Traumjob.
Liha GmbH Agrarprodukte in Thalmassing
Am Nachmittag besuchten die Studierenden die Liha GmbH Agrarprodukte in Thalmassing. Seniorchef Hans Lichtinger berichtete über die Anfänge der Kartoffelvermarktung. Mittlerweile habe sich der Betrieb zu einem Spezialisten auf dem Gebiet der Kartoffel- und Zwiebelvermarktung entwickelt und werde von den beiden Söhnen gemeinsam geleitet. Um das ganze Jahr Kartoffeln in gleichbleibender Qualität an den Einzelhandel liefern zu können, habe man zuletzt in ein Kühllager investiert. Nach Aussage Lichtingers ist nur erfolgreich, wer den Anforderungen des Marktes gerecht wird. "Unsere Konkurrenten sitzen nicht in der Nachbargemeinde sondern in Frankreich. Von dort wird auch im Frühjahr noch beste Ware auf den deutschen Markt geliefert. Das neue Kühllager ist eine wichtiger Schritt, um mit Frankreich konkurrieren zu können." Lichtinger stellt daher fest: "Man muss mit der Zeit gehen. Gleichbleibende hohe Qualitäten sind ein Muss."