Einsemestrige Fachschule Hauswirtschaft in Teilzeitform an der Landwirtschaftsschule Straubing beendet
16 Fachkräfte für Ernährung und Haushaltsführung erhalten Zeugnis

Seit dem Unterrichtsbeginn im Mai 2018 haben die Absolventinnen der Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, in jeweils zehn Unterrichtsstunden pro Woche eine intensive Schulzeit hinter sich gebracht.

Die meisten der Frauen im Alter von 25 bis 54 Jahren, die aus der Stadt Straubing und aus den Landkreisen Straubing-Bogen, Deggendorf, Dingolfing-Landau und Regensburg kommen, waren während der Schulzeit berufstätig. Jetzt haben sie den Unterricht erfolgreich beendet und dürfen sich "Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung" nennen.
Die Fachschülerinnen drehen Semmeln. Zoombild vorhanden

Frisch gebacken

Die 16 Absolventinnen sind sehr erleichtert, dass sie noch kurz vor der Schließung der Schule aufgrund der Covid-19-Pandemie ihre letzten Prüfungen ablegen konnten. Mittlerweile haben sie ihre Zeugnisse erhalten und sind glücklich mit dem, was sie in der Schule an persönlichen Zielen für sich selbst erreicht haben. Vor einigen Monaten haben sie bereits die arbeitspädagogische Ausbildereignung erlangt.
Die Studierenden werden mit den Worten "sche, dass do sads" auf einer  großen Tafel am Eingang begrüßt. Zoombild vorhanden

Wie schnell eineinhalb Jahre vergehen

Perspektiven eröffnet
Bei der Schulschlussfeier, die nun leider nicht stattfinden konnte, wollten sie darstellen, wie sie ihre gleichzeitigen Aufgaben in Familie, Haushalt, Beruf, z. T. im landwirtschaftlichen Betrieb und Unterricht in Teilzeitform erfolgreich und trotz mancher anstrengenden Wochen gut bewältigt haben. Eine Absolventin meint, dass sie während der Schulzeit für ihre persönliche Entwicklung sehr viel dazu gelernt hätte: "Ich fühle mich für meinen alten Beruf nicht mehr berufen. Ich möchte gerne einen anderen Weg einschlagen, die Hauswirtschaft hilft mir auch privat, der Schulbesuch war die richtige Entscheidung für mich." Sie möchte die Hauswirtschaft künftig zu ihrem Beruf machen.
Rohkost fertig geschnipselt, auf einem Tisch zum Verzehr bereitgestellt. . Zoombild vorhanden

Gesund und lecker

Sehr viele Kenntnisse und Fähigkeiten dazu gewonnen
Wenn die Absolventinnen an ihr Wissen zu Schulbeginn im Mai 2018 zurückdenken, dann sind sie sich sicher, dass sie in den acht Unterrichtsfächern sehr viel an Kenntnissen und Fähigkeiten dazu gewonnen haben. Die stellvertretende Schulleiterin Ingeborg Hüllbusch hatte ihnen damals erklärt, dass im Unterricht auf Grundlagen Wert gelegt wird, z. B. auf die Zusammensetzung von Lebensmitteln und ihre küchentechnischen Eigenschaften, auf die Eigenschaften von Textilien usw. und dass sinnvolle Arbeitsabläufe und die fachgerechte Ausführung von Arbeiten im Mittelpunkt stehen. Dieses Grundlagenwissen sei das A und O, damit sie später Azubis oder Mitarbeiter anleiten oder unterweisen könnten.
Eine Studierende näht aus Stoffresten ein Nadelkissen. Zoombild vorhanden

Einfach kreativ

Wissen für den eigenen Haushalt
Eine Absolventin meint rückblickend, früher habe sie sich über Hausarbeiten nicht viele Gedanken gemacht und sie hätte ihre Arbeitsweise nicht hinterfragt. Mit ihrem neuen Wissen kennt sie jetzt viele Zusammenhänge z. B. in der Küchenpraxis bei der Verarbeitung von Lebensmitteln. Sie arbeitet jetzt auch mit Erfolg an der Nähmaschine. Anders als ihre Kollegin, möchte sie das neue Wissen für den eigenen Haushalt nutzen, sie bleibt zunächst im erlernten Beruf.
Strukturierte Arbeitsabläufe
Eine weitere Absolventin erzählt, wie sie im Unterricht gelernt hat, "ohne Chaos" in der Küche ein vollständiges Mittagessen zu zubereiten. Sie hat gelernt, wie nützlich ein strukturierter Arbeitsablauf dafür ist. Der Unterricht hat sie anregt, so manche bisherige Gewohnheit zu ändern. Ihr mache auch die Zwangspause durch die Covid-19-Pandemie wenig Sorgen, sie hätte im Unterricht, z. B. im Fach Familie und Soziales, viele Anregungen bekommen, die sie jetzt mit ihren Kindern umsetzen könnte - z. B. einen kleinen Plan für die Familie schreiben, um die Hausarbeiten gerecht zu verteilen, gemeinsam kochen, aus Stoffresten ein kleines Geschenk nähen, einen Tischschmuck für das Osterfest basteln usw.
Anita Diermeier stellt den Studierenden Rezepte an der Pinnwand vor. Zoombild vorhanden

Wissen weitergeben

Einstieg in die professionelle Hauswirtschaft
Ingeborg Hüllbusch weist daraufhin, dass der Schulbesuch auch der Einstieg in die professionelle Hauswirtschaft werden kann. Diese Möglichkeit ist für Anita Diermeier der Beweggrund für den Schulbesuch. Ursprünglich aus einem technischen Beruf kommend, arbeitet sie seit Jahren in der Schulverpflegung einer Grund- und Mittelschule. Sie hätte durch den Schulbesuch einen neuen Blickwinkel für ihre Tätigkeit in der Großküche bekommen. Sie überlegt jetzt: "Ich möchte das Wissen gerade aus der Ernährungslehre in der Großküche umsetzen, auf mehr Umweltbewusstsein achten und evtl. mir mehr Gedanken um saisonalen und regionalen Einkauf machen."
Herbstlicher Tischschmuck aus Naturmaterialien wie Moos und Hagebutten Zoombild vorhanden

Kann sich sehen lassen

Absolventinnen haben sehr gute Ergebnisse erzielt
Alle Absolventinnen haben gute bis sehr Gesamtergebnisse erzielt. Mit einem Notendurchschnitt von 1,11 schaffte Annette Kitzinger den ersten Platz, ganz dicht gefolgt mit 1,12 von Theresa Ertl. Die Drittplatzierte ist Kerstin Stelzer mit einem Ergebnis von 1,25. Die Studierenden sind alle hochmotiviert gestartet und betonen, wie sehr der Zusammenhalt in der Klassengemeinschaft und die menschlichen Begegnungen, die sie erlebt hätten, ihnen geholfen haben, das Unterrichtspensum gut zu bewältigen.
Abschlussprüfung zur Hauswirtschafterin
Mit dem Schwung, den sie jetzt haben, möchten fast alle aus dem Semester im Sommer die Abschlussprüfung zur Hauswirtschafterin ablegen. Damit erreichen sie einen vollwertigen Berufsabschluss nach Berufsbildungsgesetz, der gerade für manche, die sich beruflich neu orientieren wollen, eine wichtige Voraussetzung darstellt.
Neues Semester an der Fachschule für Ernährung und Haushaltsführung startet später
Das nächste Semester an der Fachschule für Ernährung und Haushaltsführung in Teilzeitform beginnt am 18. September 2020.
Der Info-Abend findet am 1. Juli 2020 um 19 Uhr an der Landwirtschaftsschule Straubing, Kolbstraße 5a statt.
InteressentInnen melden sich bei Ingeborg Hüllbusch, Tel. 09421-8006-210, oder per Mail: poststelle@aelf-sr.bayern.de; Anmeldungen zum Schulbesuch sind ab sofort möglich.